Gewerbeauskunft-Zentrale: Einfach nur „Abofalle“ und „Abzocke“?

Achtung – An alle Existenzgründer und Selbstständige!

Sieht aus wie ein offizielles Anschreiben einer Institution – ist aber ein kaum zu erkennendes Angebot…

Augenblicklich kursiert wieder ein offiziell aussehendes Schreiben der sogenannten Gewerbeauskunftzentrale. Es erweckt auf den ersten Blick den Eindruck, ein offizielles, von einer öffentlichen Institution stammendes Schreiben zu sein: graues Papier, sehr sachliche Aufmachung, im Titel der Satz „Erfassung gewerblicher Einträge“…

In Wahrheit handelt es sich dabei um ein Anschreiben der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH aus Düsseldorf. Mit dem offiziellen Charakter soll ein Eintrag in das Portal gewerbeauskunft-zentrale.de verkauft werden. Das Abo kostet für 2 Jahre 956,40 Euro zzgl. Umsatzsteuer!

Dieser Preis allerdings wird nicht auf der Vorderseite deutlich kommuniziert, sondern versteckt sich im klein geschriebenen Text der AGB auf der Rückseite.

Nur auf der Rückseite und auch da gut im Kleingedruckten versteckt, findet sich der horrende Preis…

Wer also in der Hektik des Büroalltags das Schreiben erhält und den Eindruck hat, man müsse nur schnell einige Daten korrigieren um in ein offizielles Verzeichnis aufgenommen zu werden, der irrt und erhält wahrscheinlich ein paar Tage nach Rücksendung der korrigierten Fassung eine Rechnung über den Betrag von 956,40 Euro zzgl. MwSt.! Denn in Wahrheit handelt es sich bei diesem Schreiben um ein verdecktes Angebot, das mit der Rücksendung des (ggf. korrigierten) Eintrags akzeptiert wird.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt bereits vor der Gewerbeauskunft-Zentrale und spricht von „Abofalle“ und der Berliner Kurier spricht von „Internet-Abzocke“.

Die Anwaltskanzlei Ferner in Aachen vertritt bereits eine ganze Reihe von Klienten, die auf diese Masche hereingefallen sind und dokumentiert die Vorgänge auf ihrer Homepage. Es gibt bereits erste Gerichtsurteile…

Also aufpassen und weitersagen: Keinesfalls auf dieses Schreiben antworten!