10 klassische Selbstzweifel bei Existenzgründern…

Selbstzweifel sind ganz natürlich. Selbstzweifel sind auch gut, denn sie bewahren dich vor zu unvorsichtigen Schritten. Aber manchmal bremsen dich Selbstzweifel einfach zu sehr aus und hindern dich am Handeln. Deshalb hier ein Liste mit den klassischen Selbstzweifeln, die ich bei Existenzgründern und startups immer wieder wahrnehme – und wie Du sie besiegst:

  1. Ich bin nicht klug genug
    Nun ja – wenn Du klug genug bist, das zu merken, dann bist Du klug! Wie sagte schon der alte Grieche Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ – und der war nun wirklich ein kluger Kopf! Etwas nicht zu wissen, ist nicht schlimm, so lange Du weißt, dass Du es nicht weißt. Dann geh einfach und hol Dir jemanden, der das weiß? – das nennt man neuenglisch outsourcing. Das ist das Wesentliche bei Gründerinnen und Gründern: dass sie merken, wo noch Know-How fehlt und sich dieses dann bei Dienstleistern einkaufen.
    Im Übrigen ist es manchmal auch gar nicht so schlecht, nicht alles zu wissen. Das hindert einen daran, die branchenüblichen Gedankenbarrieren wahr zu nehmen: „Das geht doch in unserer Branche gar nicht!“, „In unserer Branchen haben wir das schon immer so gemacht!“ Aber Du willst es ja gerade anders machen, um erfolgreich zu sein! da hilft manchmal ein Quentchen Naivität durchaus…
  2. Ich bin nicht aufdringlich genug
    Überleg Dir einfach, mit wem Du künftig Geschäfte machen willst: Mit aufdringlichen, egoistischen Menschen oder mit netten, verantwortungsvollen Menschen? Aufdringliche und durchsetzungsstarke Unternehmer nicht nicht immer so erfolgreich, wie sie scheinen. Freundlichkeit, Kundenbindung, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit sind viel wichtiger und sorgen für deutlich mehr Nachhaltigkeit in der Kundenbindung, als Aufdringlichkeit!
  3. Ich habe nicht genug Geld dafür
    Die Beste Methode, um deine Kosten im Blick und im Griff zu halten, ist es, zu wenig Geld zu haben. Was Du nicht hast, kannst Du nicht ausgeben. So bist Du gezwungen, sparsam zu wirtschaften – eine der wichtigsten Tugenden von Unternehmern!
  4. Ich bin nicht gut im Kalkulieren
    Mach Dir keinen Kopf: Für Kalkulationen gibt es Software! Suche Dir einen Dienstleister, der dir ein Excel-Sheet erstellt, das du künftig nutzen kannst. Natürlich mußt Du mit ihm an den Parametern arbeiten, die das Excel-Sheet berücksichtigen soll, aber wenn es einmal erstellt ist, brauchst Du nur wenige Zahlen zu ändern und du siehst das Ergebnis. Und schließlich: erfolg beruht nur zur einen Hälfte auf Zahlen – zur anderen aus Instinkt!
  5. Ich bin kein Schreiber-Typ
    Du kannst nicht wirklich gut schreiben? Briefe, Präsentationen, Prospekte zu formulieren fällt dir schwer? Auch kein Problem: Nutze Vorlagen für die typischen Briefe und Dokumente (Anschreiben, Mahnung etc.) oder such dir einen Dienstleister (PR-Service), der die Texte für dich entwickelt. Business ist kein Literaturwettbewerb!
  6. Ich werde scheitern
    Ja, kann sein, dass du scheiterst. Aber wenn du Morgens nicht aus dem Bett aufstehst, wirst du keinen tollen Tag erleben! Scheitern gehört zum Leben! Wenn du als Baby nach dem ersten Hinfallen nicht mehr aufgestanden wärst, würdest Du heute nicht laufen! Schlimm ist es nicht, zu scheitern, schlimm ist es, danach nicht mehr aufzustehen und es nochmal zu versuchen.
  7. Konkurrenten werden mich zum Frühstück verspeisen
    Tatsächlich ist das Gegenteil eher der Fall: kleine, wendige, innovative Unternehmen nehmen den etablierten Unternehmen Märkte weg, weil sie lebendiger, agiler, wandlungsfähiger sind und schneller auf Veränderungen in den Märkten reagieren können. Ein Öltanker braucht mehrere Kilometer, bis er gewendet ist, das schaffst Du in ganz kurzer Zeit mit deinem kleinen Unternehmen!
  8. Ich bin ja von Natur aus eher pessimistisch
    Okay – das bedeutet also, Du wirst nicht blind irgendwelchen Hirngespinste vertrauen und viel Geld verlieren, sondern alles sehr gründlich planen und vorbereiten. Wo genau liegt also das Problem?
  9. Ich bin nicht wirklich risikofreudig
    Sich selbstständig zu machen, ist wie auf die Zugspitze zu steigen: Du kannst das in Badelatschen und Badehose, oder mit Wanderschuhen, einem Rucksack mit Verpflegung und geeigneter Kleidung.es gibt fast immer eine Wahl! Planung hilft, Risiken zu minimieren.
  10. Ich kenne meine Fehler und weiß genau, wo ich schlecht bin
    Wirklich? Dann bist du schon mal klüger, als 90% der Menschheit, die sich selbst überschätzt! Konzentriere dich auf das, was du gut kannst und lass das, worin du schlecht bist, von anderen erledigen, die darin gut sind: Best man best place!

Selbstzweifel sind etwas ganz Natürliches und Gesundes. Sie bieten dir die Chance, deine Selbstständigkeit besser anzugehen, wenn du dich offensiv mit ihnen auseinandersetzt und eine Gegenstrategie entwickelst!

 

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