Der Businessplan

Der Businessplan – Das Rückgrat der Existenzgründung

Ein Businessplan bildet in einem Unternehmen die Grundlage für alle Strategie-  und Planungskonzepte. Zum anderen dient er dazu, potentielle Geldgeber oder Kapitalanleger zu überzeugen bzw. Fördermittel (z.B. Gründungszuschuss) zu beantragen.

Der Businessplan ist ein ständiger Begleiter bei Fragen der Geschäftsstrategie und Weiterentwicklung des Unternehmens.

Der erste Teil des Businessplans dient der detaillierten Beschreibung der Geschäftsidee, der zweite Teil gibt Einblick in die Finanzierung des Unternehmens.

Der Businessplan gibt klare Leitlinien vor, an dem sich das Management und die Mitarbeiter ausrichten können. Hierbei sind alle Ziele und Strategien klar definiert.

Wann wird ein Businessplan benötigt?

Grundsätzlich bei einer Unternehmensgründung, denn er hilft Banken oder Investoren von der Geschäftsidee zu überzeugen, und er vermittelt einen ersten Eindruck des Unternehmens. Zudem führt ein Businessplan zu mehr Transparenz bei unternehmerischen Entscheidungen. Auch wird von vielen Investoren und Kapitalgebern die Vorlage eines Businessplans verlangt.

Sollten Sie planen, den Gründungszuschuss zu beantragen, so ist auch hierfür ein Businessplan grundsätzlicher Bestandteil der Antragsunterlagen.

Zwingend ist es vor dem Verfassen eines Businessplans alle Informationen und Daten, die für die Marktanalyse benötigt werden, sowie eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten, zusammenzustellen. Daher sollte man im Vorfeld genügend Zeit bis zur Fertigstellung einplanen.

Der Seitenumfang eines Businessplans sollte 20 bis 40 Seiten betragen. Er soll klar strukturiert sein und alle wesentlichen Angaben des Unternehmens enthalten.  Es sollte auf zu viele technische Details der Marktsituation sowie künftige Unternehmensaufgaben verzichtet werden. Der Businessplan muss durch ein einheitliches Layout und durch verständlichen Inhalt überzeugen. Dabei sollte die Darstellung sachlich, seriös und realistisch sein.

Es macht Sinn, die Executive Summary (Zusammenfassung) bei der Ausarbeitung des Businessplans immer anzugleichen, oder erst nach Beendigung zu verfassen. Das Executive Summary soll die Zielsetzung des Businessplans darlegen und einen Einblick in das Unternehmen geben. Auf ca. 2 Seiten sollte Geschäftsidee, Leistungsangebot und Unternehmensstrategie kurz beschrieben werden. Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens sollten knapp erläutert werden. Die Darstellung der Wettbewerbsvorteile des Unternehmens, der Kundennutzen und geplante Kommunikationsmaßnahmen sollten vorhanden sein.

Abschließend ist es wichtig, Finanzdaten und finanzielle Anforderungen des Unternehmens aufzuführen.

Geschäftsidee und Strategie

Dieser Abschnitt gewährt Einblick in das Unternehmenskonzept. Sinnvoll ist hier eine Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Umsetzung des Unternehmerkonzeptes. In diesem Gliederungspunkt können auch Angaben bezüglich des Unternehmens aufgeführt werden. Dies sind Wahl der Rechtsform des Unternehmens, Firmenname, Ort des Hauptsitzes und Ähnliches.

Businessplan erstellen

Hilfe bei der Erstellung des Businessplans

Zwingend ist eine Analyse des Zielmarktes. Um Kapitalgeber zu überzeugen und realistisch planen zu können, ist eine Analyse von Branche und Markt unerlässlich. Somit kann das Potential des Zielmarktes ausgearbeitet werden.

Wichtige Punkte für die Analyse: Wachstumsmöglichkeiten des Marktes, Marktvolumen und das vorhandene Marktpotential, sowie die Stellung der Lieferanten auf dem Markt.

Auch sollte man die Stärken und Schwächen der Mitbewerber und deren Produkt- und Leistungsangebote prüfen. Wichtig sind erste Kontakte zur potentiellen Kundschaft. Es ist nicht notwendig eine kostenspielige Marktstudie durchzuführen, sinnvoller ist es, den Markt selbst zu erforschen und dabei die ersten wichtigen Kontakte herzustellen.

Dienstleistungen und Produkte

Wichtig ist es in diesem Teil des Businessplanes die Leistungen und Produkte des Unternehmens zu erläutern. Hierbei hat man nur gute Chancen auf dem Markt, wenn man sich von Mitbewerbern abhebt. Alleinstellungsmerkmale sind für viele Kapitalgeber ausschlaggebend. Wichtig ist ob sich das Angebot des Unternehmens von anderen abhebt, falls es Mitbewerber gibt.

Marketing und Vertriebsplanung

Hier soll darauf eingegangen werden, wie die Leistung oder das Produkt des Unternehmens vermarktet werden soll. Hierfür liegen die Marktstrategien zu Grunde. Auch sollten erforderliche Aktivitäten festgelegt werden. Weitere Ziele wie Marktanteil, Ertrag, Bekanntheit und Marktführerschaft werden hier dargestellt.

Bei der Erstellung des Marketingkonzepts sollten Vertriebspolitik, Preispolitik, Kommunikationspolitik und Werbung berücksichtigt werden. Bei Vertriebspolitik ist es sinnvoll, auf  künftige Entwicklungen einzugehen d.h. Produkte und Kundennachfrage müssen angepasst werden. Preispolitik heißt darzulegen, wie die Preise kalkuliert wurden, wobei die Preisstrategie zugrunde liegt.

Auch wenn Ihr Produkt/Leistung einzigartig ist, wird es immer Mitanbieter geben, die dem Kunden denselben Nutzen bieten. Darum ist die Differenzierung Ihres Unternehmens notwendig, um gegenüber Ihren Konkurrenten zu existieren. Von Ihren potentiellen Kunden muss sofort erkannt werden dass Sie der Beste Anbieter sind. Sie müssen sich durch Werbemaßnahmen, Service und Qualität von den Mitanbietern abheben.

Personal und Management

Wichtig hierbei ist es die Qualifikationen des Managements darzulegen. Auch werden Mitarbeiter in wichtigen Positionen des Unternehmens vorgestellt.

Um den qualitativen und quantitativen Personalbedarf zu ermitteln, sind oft anschauliche Grafiken von Nutzen. Auch die Personalentwicklung sollte berücksichtigt werden. Wichtiger Aspekt in diesem Abschnitt ist auch das Entlohnungssytem.

Organisation

An dieser Stelle ist es wichtig, auf die Produktion, Vertrieb und Verwaltung einzugehen.

Immer sollte sich ein Unternehmen mit Chancen und Risiken kritisch auseinandersetzen. Es besteht die Möglichkeit eine Chancen-Risiken-Analyse durchzuführen, um die möglichen Risiken zu erläutern.

Finanzplanung

Finanzplanung im Businessplan

Finanzplanung und Kalkulationen

Eine gute und ausführliche Darstellung der Finanzierung des Unternehmens ist ein wichtiger Baustein für den Finanzplan. Hierbei müssen alle Vorhaben und Analysen in konkrete Zahlen umgewandelt werden. Der Finanzplan besteht aus drei Teilen: der Erfolgsplanung, der Bilanz und dem Liquiditätsplan. Gewinn- und Verlustrechnung ergänzen den Erfolgsplan. Die Vermögenslage wird in der Bilanz dargestellt. Die Vermögenslage wird nach Herkunft und Verwendung der Mittel dargelegt. Verfügbare Geldmittel und Ausgaben beinhaltet der Liquiditätsplan.

Der Zeitraum der Finanzplanung sollte drei bis fünf Jahre betragen. Monatsgenaue Zahlen sollten die ersten zwei Jahre erstellt werden, für die folgenden Jahre reichen Quartalszahlen aus.

Risiken

Nie sollte man die Existenzgründung aufs Spiel setzen indem man die Konkurrenz unterschätzt und Kunden falsch einschätzt. An dieser Stelle ist eine Durchführung von Marktanalyse und S.W.O.T.-Analyse unumgänglich. Nur so ist es möglich, Ihre Konkurrenz, Ihre Zielgruppe und die damit verbundenen Chancen und Risiken zu nutzen.

Anhang

An dieser Stelle sind Gewerbeanmeldung, Handelsregister, Gesellschaftervertrag, Kalkulationen, Graphiken, Lizenzen usw. zu finden.

Fazit

Beginnen Sie den Businessplan sorgfältig zu erarbeiten und vermeiden Sie Fehler bei der Umsetzung, denn der Businessplan ist das Aushängeschild Ihres Unternehmens.  Er sollte sorgfältig und realistisch erarbeitet werden. Es ist nicht ausreichend nur das branchenbezogene Know-how einzusetzen, wie Buchhaltung und Produktion, denn die Schwerpunkte resultieren aus den Themenbereichen Finanzen und konzeptionellen Marketing.

Der Businessplan sollte im Aufbau gut strukturiert und gut lesbar sein, denn er sollte Sie im unternehmerischen Alltag begleiten und daher leicht zu handhaben sein.  Mit dem Businessplan müssen Sie Ihre Geschäftsideen regelrecht verkaufen. Auch finanzielle Unterstützung werden Sie nur selten bekommen, wenn der Businessplan zu komplex und schwer lesbar ist.

Ist die Planung Ihres Geschäftssystems unausreichend, können Arbeitsschritte nicht aufeinander abgestimmt werden und eventuell versteckte Kosten übersehen werden. Deshalb sollte Ihr Geschäftssystem von der Herstellung bis zur Vermarktung alle Schritte, die mit einem Produkt/Dienstleistung in Zusammenhang stehen, umfassen.

Um das Scheitern einer Existenzgründung zu vermeiden, muss einem klar sein, dass der Businessplan eines Unternehmens Grundlage für Controlling, Vorhersagen und Finanzpolitik ist. Er berücksichtigt die benötigte Zahlungskraft des Unternehmens, im Rahmen der im Finanzplan festgelegten Zeitspanne. Diese beinhaltet alle Kreditauszahlungen, Gewinnausschüttungen, Personalausgaben, Investitionen für Gerätschaften oder Immobilien usw. Die Zahlungskraft ist die Summe jener Mittel, über welche die Auszahlung finanziert wird, wie z.B. zukünftige Einnahmen, liquide Mittel usw. Den Überblick über Zahlungskraft und Auszahlung sollte man nie verlieren, nur so hat man eine Chance auf Erfolg.

Selbstverständlich unterstütze ich Sie im Rahmen der Beratung bei der Ausarbeitung Ihres Businessplans! Nutzen Sie das Beratungsangebot!

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